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Microbify nimmt Aktivitäten in Lateinamerika auf – Ein Interview mit H2NEWS Chile  

  • vor 7 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

In einem kürzlich von Grace Keller geführten Interview mit H2NEWS Chile hatten wir die Gelegenheit, über eine der am meisten unterschätzten Herausforderungen der Energiewende zu sprechen: die Rolle von Mikroorganismen in der Wasserstoff- und Gasinfrastruktur.  


Grace Keller ist Gründerin und Direktorin von H2NEWS, Vizepräsidentin von H2 Chile und Mitglied von Women in Green Hydrogen. Durch ihre Arbeit verbindet sie internationale Wasserstoffentwicklungen mit dem schnell wachsenden lateinamerikanischen Markt und fördert aktiv die Führungsrolle von Frauen im Energiesektor.  


Mitbegründerin und Geschäftsführerin Dr. Linda Dengler von Microbify
Mitbegründerin und Geschäftsführerin der Microbify GmbH Dr. Linda Dengler im Interview mit H2NEWS Chile.

Unser Kernthema: Mikrobiologisch beeinflusste Korrosion (MIC)  


Im Mittelpunkt des Interviews standen unsere Arbeit bei Microbify und die zunehmende Bedeutung der mikrobiologisch beeinflussten Korrosion (MIC) in der Wasserstoffinfrastruktur.  


Unsere Mitgründerin und Geschäftsführerin Dr. Linda Dengler erklärte, dass bestimmte Mikroorganismen, Wasserstoff als Energiequelle nutzen können. Dabei produzieren sie korrosiveNebenprodukte wie Schwefelwasserstoff und organische Säuren, die den Materialabbau beschleunigen. 

 

Während MIC in der Öl- und Gasindustrie seit Jahrzehnten bekannt ist, gewinnt sie mit dem Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur zunehmend an Bedeutung. Wasserstoffreiche Umgebungenkönnen die mikrobielle Aktivität verstärken, insbesondere wenn bestehende Infrastrukturen für den Transport oder die Speicherung von Wasserstoff umgenutzt werden.  


 Die Mikrobiologie muss von Anfang an in die Planung und den Bau von Wasserstoffprojekten einbezogen werden, nicht erst, wenn Korrosionsschäden sichtbar werden.  - Dr. Linda Dengler

 

Erkenntnisse aus Europas erster kommerzieller Wasserstoffspeicheranlage 


Wir haben auch unsere Erfahrungen aus dem GET H2-Projekt und unserer Zusammenarbeit mit RWE Gas Storage West bei der Entwicklung der ersten kommerziellen unterirdischen Wasserstoffspeicheranlage Europas vorgestellt. 


Durch die Einbindung mikrobiologischer Fachkenntnisse bereits in der Planungsphase konnten wir fortschrittliche Methoden zur Isolierung und Identifizierung von Mikroorganismen in Gasspeichern und der angeschlossenen Infrastruktur implementieren. Dies ermöglicht es den Betreibern, mikrobielle Prozesse vorherzusagen, Betriebsparameter proaktiv anzupassen und langfristige Schäden zu verhindern. 


Diese Erkenntnisse sind besonders relevant für Länder wie Chile, wo derzeit Möglichkeiten zur großtechnischen Wasserstoffproduktion und geologischen Speicherung geprüft werden.  

 

Lateinamerika als Wachstumsmarkt für MIC  


Lateinamerika weist eine einzigartige Energielandschaft auf, in der expandierende Projekte im Bereich erneuerbarer Wasserstoff mit etablierter Öl- und Gasinfrastruktur koexistieren.  


Diese Koexistenz schafft einen erheblichen Bedarf an fortschrittlicher mikrobieller Diagnostik, Überwachungssystemen und nachhaltigen Minderungsstrategien.

  

Neben Beratung und Diagnostik entwickeln wir gezielte und nachhaltige Alternativen zu herkömmlichen Bioziden. Traditionelle Biozide sind oft giftig, umweltschädlich und können mit der Zeit an Wirksamkeit verlieren. Unser Ziel ist es, langfristige Lösungen zu schaffen, die die Integrität der Infrastruktur sowohl in fossilen als auch in erneuerbaren Energiesystemen gewährleisten. 

 

Fazit 


Das Gespräch mit Grace Keller hat einen entscheidenden Punkt unterstrichen: Der Erfolg der Wasserstoffwirtschaft hängt nicht allein von Elektrolyseuren, Investitionsvolumina oder Produktionskapazitäten ab. 


Die „unsichtbare“ mikrobielle Dimension spielt eine entscheidende Rolle für die Langlebigkeit, Sicherheit und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Infrastruktur – nicht nur in Europa, sondern weltweit. 

 

 
 
 

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